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Basilikum aus Samen ziehen (Ocimum basilicum)

  • 09. Oktober 2026
Basilikum aus Samen ziehen — flache Illustration von drei Terrakottatöpfen mit buschigen grünen Basilikumpflanzen in der Sonne

Basilikum ist das Kraut, das die meisten zuerst ausprobieren, und dasjenige, das am häufigsten enttäuscht: Sämlinge, die wochenlang stillstehen, Pflanzen, die in einer kühlen Nacht schwarz werden, ein Supermarkttopf, der binnen zwei Wochen zusammenfällt. Fast jeder dieser Misserfolge hat dieselbe Ursache. Ocimum basilicum ist eine tropische Pflanze, die Wärme und viel Licht zugleich braucht, und in einem britischen Frühjahr bekommt sie beides selten vor Mai. Stimmen Zeitpunkt und Temperatur, gehört Basilikum zu den schnellsten und ertragreichsten Kräutern, die Sie aus Samen ziehen können. Dieser Ratgeber zeigt, wann und wie Sie Basilikum säen, wie Sie es durch Entspitzen zu einer buschigen Pflanze erziehen, welche Sorten sich lohnen und was zum Saisonende zu tun ist.

  • Aussaat Mitte März–Mai im Haus bei 20–25 °C · im Freien erst ab Juni
  • Keimung 5–10 Tage bei Wärme · unter 18 °C langsam und lückenhaft
  • Standort Volle Sonne, geschützt, durchlässige Erde · nachts nie unter 10 °C
  • Ernte Ab etwa 6 Wochen nach der Aussaat · Juli–September im Freien

Warum Basilikum anders ist als andere Kräuter

Die meisten Kräuter in unserem Einsteigerratgeber: Kräuter aus Samen ziehen — Petersilie, Schnittlauch, Koriander, Dill — lieben die kühle Jahreszeit und stecken eine kalte Nacht problemlos weg. Basilikum nicht. Es stammt aus den Tropen, Frost tötet es sofort, und Schaden nimmt es schon lange vorher: Unter etwa 10 °C bekommen die Blätter dunkle Flecken, und das Wachstum stockt einfach. Eine Pflanze, die im Mai eine kalte Nacht abbekommen hat, kann wochenlang kümmern.

Das ist das Wichtigste, was Sie über die Anzucht von Basilikum aus Samen wissen sollten: Wärme ist wichtiger als ein früher Start. Aussaaten im Februar gelingen nur mit beheiztem Zimmergewächshaus und Pflanzenlampe; Mitte März bis Mai ist das zuverlässige Zeitfenster, dazu kommen Aussaaten im Juni und Anfang Juli für eine Ernte im Spätsommer.

So säen Sie Basilikum aus

Basilikumsamen sind klein und schwarz und haben eine merkwürdige Eigenschaft: Sobald sie nass werden, quillt die Samenschale zu einem klaren Gel auf. Mit diesem Gel hält der Samen Feuchtigkeit fest, und deshalb wird zu dicht gesätes Basilikum auch zu einem klebrigen, gedrängten Teppich — ein idealer Nährboden für die Umfallkrankheit. Säen Sie dünn, decken Sie nur leicht ab und gießen Sie von unten.

Säen Sie 3–5 Samen pro Zelle einer Anzuchtplatte mit feiner Aussaaterde, decken Sie sie mit höchstens 2–3 mm Erde oder Vermiculit ab und halten Sie sie bei 20–25 °C — im Zimmergewächshaus oder in einem warmen Raum, nicht auf einer kalten Fensterbank. Die Sämlinge erscheinen nach fünf bis zehn Tagen; stellen Sie sie sofort an den hellsten Platz, den Sie haben. Bei schlechtem Licht bildet Basilikum blasse, lange Stiele — mehr dazu in unserem Ratgeber zu vergeilten Sämlingen.

Weiterkultur: Umtopfen, Auspflanzen und Entspitzen

Kalte, nasse Wurzeln verträgt Basilikum viel schlechter als einen kleinen Topf, gießen Sie also morgens und direkt an der Basis. Wenn die Sämlinge ihr erstes echtes Blattpaar haben, topfen Sie jedes Büschel ungeteilt in einen 9-cm-Topf um — aus einem kleinen Horst von drei oder vier Pflanzen wird eine buschige Pflanze.

Ins Freie darf Basilikum erst, wenn die Nächte über 10 °C bleiben, in den meisten Teilen Großbritanniens also Anfang bis Mitte Juni, nach einer Woche Abhärten. Wählen Sie den wärmsten, geschütztesten Platz, den Sie haben, und pflanzen Sie mit 20–30 cm Abstand (15–20 cm bei den kleinblättrigen Buschbasilikum-Sorten), oder halten Sie die Pflanzen unter Glas oder in Töpfen auf einer sonnigen Terrasse.

Den eigentlichen Unterschied macht das Entspitzen. Wenn eine Pflanze drei oder vier Blattpaare hat und etwa 15 cm hoch ist, schneiden Sie die Spitze direkt über dem zweiten Blattpaar ab. Aus den Blattachseln unter dem Schnitt wachsen zwei neue Triebe; entspitzen Sie auch diese, und nach wenigen Wochen haben Sie einen verzweigten, blattreichen Busch statt eines einzelnen Stängels.

  1. Warm und dünn säen Mitte März bis Mai, 3–5 Samen pro Zelle, 2–3 mm tief, bei 20–25 °C. Von unten gießen.
  2. Für maximales Licht sorgen Stellen Sie die Sämlinge gleich nach dem Aufgehen an den hellsten Platz oder bei frühen Aussaaten unter eine Pflanzenlampe.
  3. Als Büschel umtopfen Beim ersten echten Blattpaar jedes Büschel ungeteilt in einen 9-cm-Topf setzen. Morgens und an der Basis gießen.
  4. Bei 15 cm entspitzen Direkt über dem zweiten Blattpaar abschneiden. An jedem neuen Trieb wiederholen, bis eine buschige Pflanze entsteht.
  5. Im Juni auspflanzen Erst wenn die Nächte über 10 °C bleiben, nach dem Abhärten. Volle Sonne, geschützt, 20–30 cm Abstand.
  6. Von oben ernten Immer eine Triebspitze über einem Blattpaar abschneiden, nie die großen unteren Blätter abzupfen. Blütenknospen ausknipsen, sobald sie erscheinen.

Basilikum ernten — und die Blüte verhindern

Etwa sechs Wochen nach der Aussaat können Sie mit dem Pflücken beginnen. Ernten Sie genauso, wie Sie entspitzen: Nehmen Sie die Spitze eines Triebs direkt über einem Blattpaar ab, dann wird die Pflanze mit jeder Ernte buschiger.

Sobald Basilikum blüht, werden die Blätter kleiner und zäher; knipsen Sie die Blütenstände deshalb aus, sobald sie erscheinen (die Blüten von Thai-Basilikum und 'Blue Spice' sind essbar und bei Bienen beliebt — lassen Sie ruhig ein paar stehen). Frisches Basilikum verträgt den Kühlschrank nicht: Unter etwa 10 °C werden die Blätter innerhalb eines Tages schwarz, stellen Sie geschnittene Stiele also in ein Glas Wasser auf die Arbeitsplatte in der Küche.

Basilikumsorten für den Anbau

All dies sind Formen von Ocimum basilicum, und sie werden alle gleich angebaut; Unterschiede gibt es bei Blattgröße, Geschmack und Wuchsform. Unsere Basilikum-Kollektion umfasst jede dieser Gruppen:

  • Süßes oder Genoveser Basilikum ('Italiano Classico', die großblättrigen süßen Sorten) — das klassische Pesto-Basilikum, 40–60 cm hoch.
  • Salatblättriges Basilikum (Sorten wie 'Napolitano', 'Bolloso Napoletano' und 'A Foglie di Lattuga') — riesige, gewellte Blätter, die milder schmecken.
  • Busch- oder griechisches Basilikum ('Bascuro', 'Bush Ball', 'Fine Green Bush', kleinblättrige Sorten) — kompakte Kuppeln mit winzigen Blättern, ideal für Töpfe.
  • Rotes Basilikum ('Dark Opal', 'Red Rubin', 'Purple Ruffles', 'Red Lizzy', 'Rosie') — wächst langsamer und ist kälteempfindlicher; geben Sie ihm den wärmsten Platz.
  • Aromabasilikum — Thai-Basilikum und 'Siam Queen' (Anisaroma, hält im Wok gut durch), Zitronenbasilikum, Zimtbasilikum und 'Blue Spice'.

Großblättriges Basilikum

Süßes, Genoveser und salatblättriges Basilikum.

  • Die größten Ernten für Pesto und die Küche
  • 40–60 cm, muss entspitzt werden, um buschig zu bleiben
  • Am besten im Gewächshaus, im großen Topf oder in einem warmen Beet

Kleinblättriges Buschbasilikum

Griechisches Basilikum, 'Bush Ball' und feinblättrige Sorten.

  • Kompakte Kuppeln von 20–30 cm, kaum Entspitzen nötig
  • Blüht später, sehr aromatisch
  • Ideal für Fensterbänke und kleine Töpfe

Basilikum im Herbst und Winter

Im Oktober ist es mit dem Basilikum im Freien vorbei: Die erste kalte Nacht färbt es schwarz, der erste Frost tötet es. Ernten Sie vorher alles. Basilikum lässt sich schlecht trocknen — es verliert dabei den Großteil seines Aromas —, frieren Sie es also lieber ein, gehackt in Öl in Eiswürfelformen oder als Pesto; mehr dazu in unserem Ratgeber Kräuter für den Winter ernten und trocknen.

Einige unserer Basilikumsorten sind für die ganzjährige Aussaat gekennzeichnet, doch was das Licht angeht, sollten Sie realistisch bleiben. Von November bis Februar reicht eine Fensterbank allein für Basilikum nicht aus; es steht dann still oder fault. Mit einer Pflanzenlampe an einer Zeitschaltuhr auf 12–14 Stunden und in einem warmen Raum liefert ein Topf kleinblättriges Buschbasilikum den ganzen Winter über Blätter — siehe Kräuter im Winter drinnen ziehen. Ohne Lampe ist Basilikum als Microgreens, geschnitten nach zwei bis drei Wochen, im Winter die bessere Wahl.

Häufige Fehler

  • Zu früh in der Kälte säen — eine Februar-Aussaat auf einer kühlen Fensterbank wird von einer April-Aussaat im warmen Zimmergewächshaus überholt.
  • Im Mai auspflanzen — eine einzige Nacht unter 10 °C wirft Basilikum um Wochen zurück. Warten Sie bis Juni oder halten Sie es unter Glas.
  • Abends gießen — kalte, nasse Wurzeln über Nacht verursachen bei Sämlingen die Umfallkrankheit und bei älteren Pflanzen Wurzelfäule.
  • Die unteren Blätter pflücken — ernten Sie immer von der Spitze aus, über einem Blattpaar, damit sich die Pflanze verzweigt.
  • Einen Supermarkttopf unverändert weiterziehen — in diesen Töpfen drängen sich Dutzende Sämlinge. Teilen Sie einen Topf in vier oder fünf Büschel und topfen Sie sie einzeln ein, dann wachsen sie monatelang weiter.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange braucht Basilikum zum Keimen?
Fünf bis zehn Tage bei 20–25 °C. In einem kühlen Raum kann es drei Wochen dauern oder ganz ausbleiben. Unser Ratgeber Warum Samen nicht keimen erklärt die übrigen Ursachen.

Kann ich Basilikum direkt ins Freie säen?
Erst ab Juni, wenn der Boden richtig warm ist. Eine Anzucht im Haus ab Mitte März bringt eine weit längere Ernte.

Warum werden meine Basilikumblätter schwarz oder gelb?
Schwarze Flecken bedeuten fast immer Kälte — eine Nacht unter 10 °C, kalte Zugluft oder der Kühlschrank. Vergilbende untere Blätter kommen meist von zu viel Wasser. Vergilbung mit grauviolettem Flaum auf der Blattunterseite ist Falscher Mehltau an Basilikum: Entfernen Sie befallene Pflanzen, gießen Sie an der Basis und sorgen Sie für mehr Luft.

Ist Basilikum ein guter Partner für Tomaten?
Ja — beide brauchen dieselbe Wärme, Sonne und Wassergaben und teilen sich daher gern ein Gewächshaus oder ein sonniges Beet. Siehe Mischkultur und unseren Ratgeber Tomaten aus Samen ziehen. Kapuzinerkresse ist als Fangpflanze für Blattläuse ein guter dritter Partner, und im Herbst können Sie dann Kapuzinerkresse-Samen für das Beet im nächsten Jahr gewinnen.

Ein paar warme Wochen im Frühjahr sind alles, was Basilikum verlangt, und dafür bekommen Sie einen Sommer lang frische Blätter zu einem Bruchteil des Preises von Supermarkttöpfen. Stöbern Sie in unseren Kollektionen Basilikum und Bio-Basilikum sowie im größeren Angebot an Küchenkräutern und Kräutersamen, außerdem in unserer Auswahl zur Aussaat im März. Mehr finden Sie in unseren Saatgut-Kollektionen und Anbauratgebern.